Erzielt eine neue klinische Behandlungsweise, eine neue therapeutische Methode eine Wirkung? Ja oder nein? Und wenn ja, in welcher Größenordnung ist diese Wirkung (dieser Effekt)? Will man dies recherchieren, bietet sich rasch eine Hauptthematik wissenschaftlicher Forschung: Zu finden sind Studien, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Zu möglichen Wirkungen von medizinischen, pädagogischen oder psychologischen Interventionen zeigt die eine Studie einen merklichen Effekt, die andere nur einen marginalen oder eventuell gar keinen. Wie können diese unterschiedlichen Ergebnisse miteinander verknüpft werden, um ein begründetes Gesamtbild zu erhalten? Dies schaffen Übersichtsartikel in Form systematischer Meta-Analysen. Mittels statistischer Methoden wird ein globales Ergebnis errechnet. Ein Gesamtergebnis zeigt eben mehr als eine unverbundene Aneinanderreihung der einzelnen Studien.

Aufgrund präziser Fragestellung werden Studien nach bestimmten Kriterien – wie Definition der Population global – in den verschiedenen Datenbanken gesucht und bewertet. Hierbei werden die grundsaätzlichen Qualitätskriterien von Studien beachtet: Gibt es zur Versuchsgruppe auch eine Kontrollgruppe? Sind die Teilnehmer at random (per Zufall) den Gruppen zugeordnet worden?, etc.

Die genutzten statistischen Methoden zur Bestimmung des Effektes der untersuchten Intervention sind bereits zahlreich. Eine wesentliche Unterschiedung kommt dem Informationsniveau der Variablen in den veröffentlichten Srudien zu - ob kontinuierlich oder kategoriell. Folgend ein (fiktives) Beispiel eines häufig genutzten statistischen Instruments, das sowohl numerische als auch graphische Elemente miteinander verknüpft: der Forestplot. 

  

Die angezeigten Details dieses Forestplots zu einer Förderung von Kindern beim Rechnen und Schreiben sollen uns hier weiter nicht kümmern durch eine bestimmte gemeinsame Methode. Es geht hauptsächlich um den Gesamteffekt aus Sicht bestimmter Annahmen (fixes Modell oder Zufallsmodell => Gewichten der einzelnen Studienergebnisse), um mögliche Unterschiede in Subgruppen und - ganz wichtig -  um eine Darlegung der Unterschiedlichkeit (Heterogenität) der in die Selektion aufgenommenen Studien.

Evidenzen, welche aus solchen systematischen Meta-Analysen gewonnen werden, sind den Einzelergebnissen überlegen. Auf diese Weise kann wissenschaftlicher Forschritt entstehen.

 

Reinhard Neumeier
Seotember 2021