Willst du wissen, was die Medizin zu einem bestimmten Thema derzeit weiß und wie der letzte Stand in der medizinischen Forschung ist, dann besuch die PubMed. Dies ist eine referentielle Datenbank, die weltweit auf Forschungsberichte verweist. Mit derzeit rund 30 Millionen Datensätzen ist sie mit Abstand die Nummer eins und wächst jährlich um eine halbe Million Sätze!

  Das wirklich Tolle an dieser PubMed ist, dass jeder Forschungsbericht in medizinische Systematiken verschiedenster Dimensionen eingeordnet wird. Hierfür gibt es eine eigene Hilfs-Datenbank, die Mesh = Medical Subject Headings. Hier werden Begriffe des Titels, Schlagworte und Abstracts der Autoren von einem eigenen Team genutzt, um die Forschungsberichte rasch und zielgenau auffinden zu können. Um mit der PubMed, dem Mesh-Server und weiteren Zusatzdiensten professionell umgehen zu können, bieten Med-Unis intensive Seminare und Tutorials an. Die Suche in Mesh nach genannten oder von den Redakteuren zugeordneten Theorien ergibt folgendes, kaum glaubliches Ergebnis:

 

 

 

 

 

  Nur 8 (!) der insgesamt 54 den Artikeln zugeordneten Theorien sind medizintypisch. Da gehts um die Bakterien als Ursache von Krankheiten, wie es Pasteur und Koch vor 150 Jahren erkannten, um evolutionär orientierte Gen-Theorie im Gefolge von Wallace und Darwin, etc. Medizinhistorisch wird auf die Humoralpathologie verwiesen - eine antike Lehre, wonach vier Körpersäfte die Balance des menschlichen Körpers bestimmen. Alles andere, der große, große Rest bezieht sich auf Nachbardisziplinen wie Psychologie und Biologie sowie auf Formalwissenschaften wie Mathematik und Statistik.

  Theorien kann man als Systeme aufeinander bezogener und wissenschaftlich begründeter Aussagen auffassen, um zentrale Aspekte der Wirklichkeit und mögliche Gesetzmäßigkeiten zu erklären. Theorien sind somit ein systematisiertes Konzentrat vieler, vieler Einzelfälle, Erfahrungen, Erkentnisse und Erfahrungen. Angesichts des auffalenden Mangels von genuinen Medizin-Theorien drängt sich der Schluss auf, große Teile der medizinischen Forschung laufen theorielos ab. Das heißt, die Forschung ist selten effektiv und im großen Maße uneffizient; der systematisierende und klärende Einsatz von Vernunft, welcher Überblick verschafft, fehlt standardmäßig.

 

Reinhard Neumeier
August 2019 

 

 

 

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