Facebook, Instagram, Youtube, Twitter und Co haben uns völlig überrumpelt. Neue Techniken wie der Buchdruck oder die Eisenbahn hatten schon bisher das Leben der Menschen von Grund auf verändert. im Laufe von Generationen allerdings und nicht innerhalb eines Jahrzehnts. Das ist das absolut Neue: Die höllische Geschwindigkeit mit der soziale Netzwerke unser Leben umkrempeln. Ohne dass wir diese Technik verstehen und sinnvoll anzuwenden lernten.

Soziale Netzwerke gehne derzeit strategisch vor: Je länger wir auf ihrer Plattform bleiben, umso mehr wissen sie von uns. Umso mehr maßgeschneiderte Werbung drücken sie uns aufs Auge, umso mehr Geld machen sie. Alles hängt also davon ab, dass wir länger im Netzwerk bleiben. Also haben sie ihre Algorithmen im Hintergrund so programmiert, dass sie unsere Likes und Kommentare widerspiegeln. Diese Likes aber verraten unsere Vorlieben, Neigungen und Emotionen. Daraus resultiert ein gruseliger Effekt: Die Neigungen werden durch das Netzwerk noch stärker werden, die Emotionen noch intensiver, die Meinungen noch radikaler.

 

 

Einstellungen und Neigungen hat jeder, ohne geht es gar nicht. Ideal wäre es daher, die eigenen Neigungen (und damit verbundenen kaum vermeidbaren Verzerrungen) zu kennen. So fallen wir ihnen nicht blindlings zum Opfer. Noch besser wäre es, sie - wenigstens teilweise - zu kompensieren und andere Auffassungen als die eigenen wahrnehmen und eventuell akzeptieren zu können.

Das übt man bei der Erstellung von wissenschaftlichen Forschungsarbeiten. Viele haben am Abschluss ihres Studiums sich nach einer schweisstreibenden Masterarbeit oder Dissertation geschworen, so etwas nie mehr wieder zu machen. Kreuz drüber und vergessen. Doch plötzlich erweist sich das mühevolle Einüben des Suchens und Forschens als wertvolle Fertigkeit zur Bewältigen eines hochaktuellen gesellschaftlicher Massenproblems! Näheres in der nächsten Folge.

 

Reinhard Neumeier, Feburar 2018

 

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